Wie sicher ist Pixabay.com vor Bilder-Abmahnungen?

Wie sicher ist Pixabay.com vor Bilder-Abmahnungen?
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Wer auf der Suche nach kostenlosen Bildern und Illustrationen für seine Artikel ist, bedient sich bei Bilderdiensten im Internet.

Neben solchen, die Bilder gegen Nutzungsgebühr verkaufen, gibt es begreiflicherweise ein reges Interesse an kostenlosen Bilderquellen.

Pixabay: Lizenzfreie und kostenlose Bilder

Pixabay.com:Lizenzfreie und kostenlose Bilder – © congerdesign / pixabay.com

Das sind Dienste, die neben lizenzpflichtigen Bildern auch lizenzfreie im Portfolio haben – oder sogar als komplett gebührenfreie Plattform verstanden werden wollen. Pixabay.com ist solch eine Bezugsquelle.

Pixabay.com für Bildnutzer abmahnsicher?

Kurze Vorstellung von Pixabay

Pixabay.com ist ein Bilderdienst, der ausschließlich kostenlose Bilder im Repertoire hat. Der Service ist noch nicht alt, erst Ende 2010 in Deutschland gegründet. Heute hat Pixabay etwa 880.000 Bilder, Illustrationen und Videos (Stand: 2017). Seit der Ausweitung des Angebots sind Videos hinzugekommen.

Pixabay bietet im eigenen Blog Informationen rund um die Erzeugung und den Umgang mit digitalen Bildern, wozu schon im Frühjahr 2013 über Bildrechte und den Public Domain Charakter referiert wurde.

Rechtliche Lage bei lizenzfreien und kostenlosen Bildern

Pixabay arbeitet mit der Creative Commons license CC0, was jedem Nutzer auferlegt, durch ein Hochladen von Bildern automatisch auf damit verbundene Rechte zu verzichten. Mit der Creative Commons Lizenz ist explizit der Verzicht auf Urheberrechte verknüpft.

Urheber, die sich darauf berufen, bieten Ihr Material ausdrücklich zum Zweck der Weiterreichung und Verwertung an, jedoch ist es möglich, die CC Lizenz auf nicht-kommerziellen Gebrauch einzuschränken.

Um welche CC Lizenz es sich im Einzelnen handelt, wird über ein Kürzel dahinter mitgeteilt, wie

  • CC0 (Bedingung: keine)
  • CC BY (Bedingung: Autor wird genannt/zitiert),
  • CC NC (Bedingung: nur nicht-kommerzielle Verwendung) und
  • CC ND (Bedingung: Nur unbearbeitete Kopie, keine Ableitungen/Weiterverarbeitungen).

Die CC0 Lizenz ist die liberalste von allen. Sie gestattet sämtliche denkbare Verwendungen. Das Copyright im Bildinhalt, also wenn Markenzeichen im Bild erscheinen oder Personen auftreten, die nicht auf Ihre Rechte am Bild verzichtet haben, bleibt davon unberührt.


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Pixabay überprüft aus dem Grund Neueinstellungen durch manuelles Sichten, um solche Konflikte möglichst auszuschließen. Journalistische Nutzung ist etwas anderes und wird immer möglich sein, sonst könnte ja die (Bild-)Berichterstattung komplett ausgehebelt werden.

Schwieriger wird es, wenn Bilder, die eigentlich geschützt sind, von einem Nicht-Urheber gekapert, für eigene Arbeit ausgegeben und dann eingestellt werden. Beachte, dass zwischen den kostenlosen Pixabay Materialien kommerzielle Bilder angezeigt werden, die aus Werbegründen von Shutterstock (einem lizenzpflichtigen Anbieter) eingefügt werden. Die sind dann natürlich nicht umsonst und somit kostenpflichtig.

Abmahnungen – mitunter vorsätzlich auf Profit vorangetrieben

Eine Serie von Abmahnungen durch eine Copyright-Anwaltskanzlei namens „WeSaveYourCopyrights“ und des durch diese vertretenen Fotografen wird von Pixabay in deren Blog ausführlich geschildert.

Die Macher der Plattform verkünden gleich im ersten Satz,

Pixabay wurde gegründet, um Abmahnanwälten mit Gewinnabsicht den Boden unter den Füßen wegzuziehen. [..]

[Quelle: Pixabay.com – vom 1. April 2016]

Das Bild, um das es dabei geht, hat eine längere Missbrauchsgeschichte, die also nicht erst mit Hochladen auf Pixabay begann, sondern von einer anderen Plattform hierher gelangte. Solche Migrationen erschweren das Auffinden des wahren Urheberrecht-Inhabers.

Wie an diesem Fall dargelegt wird, benutzen erwerbsmäßige Massen-Abmahner bewusst übertriebene Berechnungen der einzufordernden Schadensersatzansprüche. Auf Abmahnungen spezialisierte Anwälte setzen bewusst auf Einschüchterung und Überrumpelung, um überraschte Downloader eines Bildes, das sich plötzlich doch als geschützt herausstellt, abzumelken. Wie die schon die Volksweisheit besagt, „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.

Betroffene können Widerspruch einlegen und es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen, was eher nicht Zweck der Abmahnerei ist. Schließlich muss der Missbrauch über IP-Zuordnung und Beweis dokumentiert werden. Mit krimineller Energie werden Abmahnfälle auch über Mittelsmänner, die geschütztes Material hochladen, provoziert.

Es liegt auf der Hand, dass dazu keine echten Namen verwendet werden – die auf das Material zugreifenden Nutzer sind dagegen mit Namen herausfindbar. Diese werden dann mit einer Abmahnwelle belangt. Die Berufung auf die CC0 Lizenz schützt sie nicht.

Wann greift das „Recht am eigenen Bild“?

Übrigens ist die Sache mit dem Abmahnen kein Problem, das speziell mit Pixabay zu tun hätte. Jede Bilderdownload-Plattform wie Pixelio, Fotolia oder eine Webcloud, die Bilderlinks bereithält, kann davon auch betroffen werden. Sogar Agenturen von lizenzierten und vom Nutzer zu bezahlenden Bildern können Anlass zur Abmahnung geben, wenn wie oben beschrieben vorgegangen wurde, der echte Copyright-Inhaber davon Wind bekommt und dann seine Besitzrechte einfordert.

Was das „Recht am eigenen Bild“ angeht, so bist du auf der sicheren Seite, wenn du Bilder von Personen verwendest, die seit siebzig Jahren verstorben sind. Oder von einem Verstorbenen, dessen Angehörige seit zehn Jahren kein Veto aussprachen.

Sind die Personen auf dem Foto nicht identifizierbar verewigt, wird man dir keine Verletzung der Rechte der teilweise abgelichteten Personen nachsagen können, da niemand diese erkennen kann.

Grundlage ist § 22 im KunstUrhG. Bilder zur Zeitgeschichte sind ausgenommen von der Einwilligungspflicht § 23, Personen als Beiwerk einer Landschaft, Teilnehmer von Versammlungen und Umzügen, oder reine Kunstobjekte fallen nicht unter eine Einwilligungspflicht.

Was sagen Rechtsanwälte zu der Problematik?

Im Artikel „Wie sicher sind ClipDealer und Pixabay – schützen Social-Media-Lizenzen von Stockbildarchiven vor Abmahnungen?“ schreibt Herr Dr. Schwenke im Zusammenhang zu Pixabay-Nutzung:

Die Gefahr besteht darin, dass man nicht wissen kann, ob derjenige, der das Bild eingestellt hat, tatsächlich der Urheber war. Rein thoretisch könnte auch ein Fotograf Bilder bei Pixabay inkognito einstellen und dann deren Nutzer abmahnen. [..]

[Quelle: Rechtsanwaltskanzlei Schwenke – vom 15. April 2013]

Im Artikel „Urheberrechte an Bildern von Pixabay – anwaltliche Abmahnung ist möglich“ beschreibt Rechtsanwalt Dr. Matthias Brauer wie bei Abmahnung reagiert werden sollte und was Betroffene tun sollten.

Wer nun glaubt, er könne sich bei Pixabay schadlos halten, der muss leider enttäuscht werden, denn Pixabay selbst übernimmt auch keine Garantie dafür, dass die dort hochgeladenen Bilder wirklich urheberrechtlich freigegeben sind. [..]

[Quelle: Anwalt.de – vom 18.05.2018]

Fazit

Ob eine Anfrage beim Bildeinsteller hilft, die Frage des Urheberrechts abzuschätzen? Nicht, wenn er wie beschrieben eine Funktion erfüllt, um künftigen Downloadern des Bildes eine Abmahnwelle-Falle zu stellen.

Auf so einen zu stoßen ist unwahrscheinlich, meist wirst du erwarten können, authentische Einsteller anzutreffen. Die manuelle Bildkonrolle bei Pixabay verspricht, wenn gewissenhaft betrieben, einen gewissen Schutz.

Ein Selbstschutz könnte in der Form zugeschaltet werden, indem man das gewünschte Bild in der Google Bildersuche oder TinEye laufen lässt, wonach Duplikate davon auf Webseiten angezeigt werden. Womöglich finden sich Hinweis auf ein bestehendes Urheberrecht.

Zusammenfassung zu Pixabay.com

  • vor Abmahnung ist Pixabay.com nicht sicher, aber auch die kostenpflichtigen Bilder-Plattformen
  • verwende keine Bilder mit erkennbaren Personen
  • verwende keine Bilder, auf denen Logo, Marke oder geschützte Objekte zu sehen sind
  • achte auf Zusätze zum Nutzungsrecht (CCO, CC-BY, CC-NC, CC-ND)
  • achte auf das Urheberrecht in deinem Land
  • bei Abmahnung setze dich mit Pixabay.com in Verbindung und nehme eine Rechtsberatung in Anspruch
  • denke über Rechtsschutz- oder Portal-Versicherung Anzeige nach
  • gebe den Urheber immer an, auch wenn das nach Art des Nutzungsrechtes nicht notwendig ist
  • überprüfe mit Google-Bildersuche oder TinEye die Bildrechte

Interessant in diesem Zusammenhang, wie viele Rechtsanwälte für ihre Webauftritte die Bilder von Pixabay.com selbst nutzen.

Du bist dran. Verwendest du für dein Blog Pixabay oder kaufst du dir Bildlizenzen? Nutze für Antworten mein Kommentarbereich.

6 Kommentare zu “Wie sicher ist Pixabay.com vor Bilder-Abmahnungen?

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    Anton kommentierte am 10.07.2017:

    Danke für die Erklärung. Pixabay nutze ich manchmal selbst für kleine Websites. Kann selbst nur bezahlte Dienste wie Fotolia empfehlen.

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      Alex Kasakow kommentierte am 10.07.2017:

      Vielen Dank für dein Kommentar. Ich nutze auch Fotolia und andere ähnliche Plattformen. Grüße.

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    Heiko kommentierte am 20.07.2017:

    Wenn ich fremde Bilder einbinde, dann nutze ich auch Pixabay. Das geht mit dem WordPress-Plugin „Pixabay Images“ sehr einfach.

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      Alex Kasakow kommentierte am 20.07.2017:

      Hallo Heiko. Deren Plugin habe ich noch nicht getestet, da ich die Bilder noch zusätzlich komprimiere. Sicherlich aber als Alternative gut geeignet. Grüße.

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    Markus kommentierte am 02.11.2017:

    Wenn die Identität des Fotografen bei pixabay nicht verifiziert werden kann, wie können Portale wie Shutterstock oder Fotolia sicher stellen, dass es sich bei dem Uploader um den tatsächlichen Rechteinhaber handelt?

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      Alex Kasakow kommentierte am 02.11.2017:

      Hallo Markus, kurz gesagt, bei Fotolia und Shutterstock sichert der Fotograf per AGB dass er der Urheber der Bilder sei und wählt eine Lizenz für seine Bilder aus. Er bleibt für immer der Eigentümer seiner Bilder! Bei Pixabay gibt der Fotograf diese komplett ab und stellt es der Allgemeinheit zur Verfügung. Das Prüfverfahren der Bilder ist ähnlich: Mitarbeiter prüfen manuell die Bilder und vergleichen diese im Internet.

      Eine Abmahnung kann bei allen im gleichen Maße erfolgen!

      Soweit mir bekannt ist, findet auch bei Fotolia und Shutterstock keine Identitätsprüfung in Form von Briefzustellung statt; daher kann sich einer mit falschen Ausweis und falscher Identität genau so anmelden und nicht seine eigenen Bilder einstellen. Identitätsnachweis findet wohl per Ausweis oder Führerschein statt. Einfach mal die AGBs lesen!

      Grüße.